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Propolis anzuwenden ist gar nicht schwierig. Wie berichtet hat Aargaard bei seinem Schnupfenanfall Propolis einfach im Mörser zerstoßen und das Pulver in heißem Wasser aufgenommen. Das ist unrentabel, weil sich Propolis in Wasser kaum löst. Das ideale Lösungsmittel ist Alkohol.
Haben Sie reine Propolis (meist in Form von Pulver oder Granulat) verfügbar, brauchen Sie weiter nichts zu tun, als die entsprechende Menge aufzulösen: Für eine zehn-prozentige Lösung brauchen Sie 10 Gramm Propolis und 90 Gramm Alkohol. Entweder stehenlassen und gelegentlich umschütteln (Gefäß verschlossen halten) oder im Wasserbad bis auf 50 Grad erwärmen. Gehen Sie höher, kann nicht viel passieren, außer daß Alkohol (Kochpunkt 78,3 Grad) wegdampft und damit verlorengeht. Aber die erhaltene Lösung können Sie nach Belieben weiter verdünnen.
Rohpropolis ist zwar schwerer zu erhalten, aber zumeist erheblich billiger. Vielleicht kann Ihnen ein bekannter Imker dabei helfen. Man kratzt das Kittharz von den Rähmchen oder von anderen Stellen des Bienenhauses (Ritzen, Löcher werden damit verkittet) und löst es in Alkohol. Sand, Holz, tote Bienen und andere Fremdkörper lösen sich nicht und werden durch Filtrieren entfernt. Man benützt entweder ein nicht zu hartes Filter (Rundfilter) oder schneidet Filtrierpapier zu oder nimmt einfach ein Kaffeefilter.
Haben Sie die Rohpropolis vorher gewogen, so können Sie nach Abdampfen des Alkohols und Wägen der Trockne die Ausbeute bzw. den Reinheitsgrad Ihrer Propolis bestimmen. Haben Sie etwa 100 Gramm eingewogen und bekommen Sie rein 70 Gramm heraus, hatten Sie es mit sehr reiner Propolis zu tun. Verunreinigungen bis zu 50 Prozent kommen vor. Eine standardisierte Lösung herzustellen wird nun nicht schwerfallen. Wenn Sie den Reinheitsgrad kennen, wägen Sie einfach Alkohol und Rohpropolis zusammen. Für eine 50-Prozent-Lösung in unserem Beispiel brauchen Sie 100 Gramm Propolis und 70 Gramm Alkohol. Am besten ist der 96prozentige, er löst gut. Aber auch der 70prozentige tut seine Dienste. Selbstverständlich dürfen Sie nur reinen (medizinischen) Alkohol und keinen vergällten verwenden.
Meistens wird man jedoch mit einer zehnprozentigen Lösung (100 Gramm Rohpropolis in 630 Gramm Alkohol) das Auslangen finden, die dann noch weiter verdünnt werden kann. Handelsüblich sind Lösungen mit 5, 7 und 10 Prozent; selten kommen auch 15 oder 20 Prozent vor.
können Sie zum Beispiel mit einer zehnprozentigen Lösung machen: Sie mischen die Lösung zu gleichen Teilen (jetzt sind das Volumenteile) mit Rizinusöl. Gut homogenisieren - damit haben Sie ein wunderbares Öl gegen Hämorrhoiden, Schrunden und Risse in der Analgegend oder zum (sanften!) Bepinseln von Krampfadern, Ulcera cruris oder Prellungen. (Akute Wunden, wie Schnitt- oder Stichverletzungen behandelt man, wenn sie nicht zu groß sind, besser mit Propolistinktur. Der Alkohol brennt zwar, verdunstet aber rasch. Die zurückgebliebene Propolis bildet einen die Wunde schützenden Film.)
ist, so Sie ihn nicht zu kaufen vorziehen (er ist manchmal schwer erhältlich), ebenso durch Zusammensichen von Propolislösung mit Honig zu erhalten. Hier sollten Sie, um den Alkoholanteil nicht zu hoch anzusetzen, von einer 50-Prozent-Lösung ausgehen. 10 Gramm Lösung mit 100 Gramm Honig ergeben genau den Gehalt von fünf Prozent Propolis, die dem Propolishonig die beste therapeutische Wirksamkeit sichern. Mehr Propolis beizufügen bringt nichts.
könnnen Sie sich aus 20 Gramm reiner Propolis, 30 Gramm Vaseline, 30 Gramm Rindertalg und 20 Gramm Lanolin bereiten. Die Salbengrundlage einfach in einem Tiegel (im Wasserbad) schmelzen und die Propolis dazugeben. Sie muß entweder in Pulverform oder in gelöster Form vorliegen (das Lösungsmittel Alkohol im Wasserbad wegdampfen).
erhalten Sie, indem Sie die Propolis zu einer Wurst kneten. Legen Sie die Wurst mehrere Stunden lang ins Tiefkühlfach Ihres Kühlschrankes und reiben Sie sie dann auf einem Reibeisen in die flüssige Salbengrundlage. Umrühren, erstarren lassen, fertig!
Wenn Sie Wachs verflüssigen und mit Propo-lislösung und Honig (100 Gramm Wachs, 30 Gramm zehnprozentige Propolislösung, 20 Gramm Honig) versetzen, erhalten Sie nach dem Erkalten eine pastöse Masse, die sich für Umschläge und Pflaster (Geschwüre, zum Beispiel Ulcus cru-ris), Frostbeulen, aber auch für frische Wunden und als Kaumasse gegen Parodontose und Entzündungen in der Mundhöhle eignet. Nach Ansicht der Volksmedizin verschiedener Balkanländer ist eine solche Masse, vor allem wenn sie aus dunklem Wabenwachs oder aus Bienenbrot hergestellt wurde, sehr wirksam gegen bösartige Geschwüre (Brustdrüsengeschwüre und Abszesse oder Neoplasmen der Haut). Meist wird sie aus 100 Gramm Wabenhonig und 20 Gramm pulverisierter Reinpropolis hergestellt. Sie wird auch bei Strahlenschäden, Vergiftungen und Verätzungen der Haut verwendet ( Erste Hilfe und ärztliche Versorgung!).
Wichtig: Alle Propoliszubereitungen sind lichtempfindlich! Man sollte sie daher immer in dunklen Gläsern oder Tiegeln jedoch niemals in Metall aufbewahren. Und auch Kühle tut gut - ein guter Keller genügt, aber es kann auch ein Kühlschrank sein.
Von Bienengift und Gelee royale lassen Sie, wenn Sie kein Apotheker sind, am besten die Finger; hierfür sind Fachleute zuständig.