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Hummeln

Sie starten bei Sturm und Regen, überleben sogar im Himalaja und fliegen mehr Blüten an als jedes andere Insekt: In diesen Wochen starten HUMMELN in einen weiteren Sommer voller Weltrekorde

Die vier Gesetze einer Hummel

Hummeln halten sich streng an vier Gesetze

  1. Zunächst rote und blaue Blüten anfliegen (Lieblingsfarben), danach gelb, dann weiße.
  2. An Büschen mit mehreren Blüten von unten nach oben ernten, um keine auszulassen.
  3. Zum Nest immer der Nase nach. Hummeln haben einen ausgezeichneten Geruchssinn.
  4. Norden ist dort, wo der eingebaute Kompass hinzeigt.

Wissenschaftler der Newcastle University nahmen im Frühsommer 20 000 Hummeln aus ihren Nestern, markierten sie und setzten sie in bis zu 15 Kilometern Entfernung wieder aus. Innerhalb einer Stunde kehrten neun von zehn Tieren zurück, schwer bepackt mit Pollen und Nektar.

Rundflug am Mounf Everest

Eigentlich dürften Hummeln gar nicht fliegen können, denn die Flügel sind mit 0,7 cm2 zu klein, um das 1,2 Gramm schwere Tier zu tragen. So lautet das berühmte Hummelparadoxon. Dr. Charlie Ellington von der Universität Cambridge löste das Rätsel mithilfe eines Strömungskanals und einer Superzeitlupenkamera: Die Pelzträger schlagen beide Flügelpaare bis zu 200-mal in der Sekunde in sehr exakten, kreisförmigen Bewegungen und erzeugen dabei enorme Luftwirbel. Dadurch halten sie sich nicht nur in der Luft - sondern sind die am höchsten fliegenden Insekten der Welt: Bergsteiger entdeckten Hummeln am Mount Everest oberhalb des Basislagers, sechs Kilometer über dem Meeresspiegel!

Überleben nördlich des Polarkreises

Hummeln können nicht fliegen, wenn ihre Muskeltemperatur unter 30°C fällt. Gegen Unterkühlung hilft ihr Pelz - und eine Gymnastik, mit der sie ihre Flugmuskeln aufheizen. Vor Kurzem machten Wissenschaftler eine unglaubliche Entdeckung: Gut 300 Kilometer nördlich des Polarkreises, an einem vergletscherten Nordosthang des Varanger-Fjords, hörten sie plötzlich ein tiefes Brummen. Beladen mit Pollen kehrte eine bis dahin unbekannte Gletscherhummel (Glaciobombus arcticus) von einer tiefer liegenden Blumenwiese zu ihrem Nest zurück.

Eine Maus macht 600 Mädchen glücklich

Eine Frühlingswiese im Mai: Bedächtig sucht die Jungkönigin nach einem geeigneten Nest für die Staatsgründung. Der Hochzeitsflug, bei dem sie sich mit einer Drohne gepaart hat, liegt längst hinter ihr. Nun beginnt die Arbeit. Ein Astloch wäre nicht schlecht, sie würde es später mit Moos auspolstern. Auch ein verlassenes Vogelnest käme ihr gerade recht. Da! Ein Mauseloch, ideal gelegen unter einem Heckenrosenbusch. Vorsichtig landet die 2,5 Zentimeter große Pelzträgerin. Der Bau ist verlassen, tief genug und trocken. Nun kann sie ihre ersten Eier legen und mit dem Brüten beginnen. Sie kann ihren Staat gründen, der später einmal bis zu 600 weibliche Tiere umfassen wird. Majestät sind zufrieden.

250 Euro für ein ganzes Volk

Vier Uhr früh, draußen ist es dunkel und so kalt, dass man keine Biene freiwillig aus dem Stock bekäme. Doch das kleine Volk der Hummeln startet in einen neuen 18-Stunden-Tag. Sie sind die fleißigsten Bestäuber der Welt, fliegen dreimal so viele Blüten an wie Bienen, im Durchschnitt mehr als 1000 Stück pro Tag - neun Monate im Jahr. Deshalb steigen auch immer mehr Imker auf die Zucht von Hummeln um. Die Völker sind vor allem bei Obstbauern sehr beliebt. Kostenpunkt: bis zu 250 Euro. Verschickt werden Nutzhummeln übrigens in Kartons mit zwei getrennten Kammern. Denn die Pelzträger sind sehr reinliche Tiere. Sie erwarten auf Reisen einen Schlafbereich und eine separate Toilette.

Eine Blume nur für Hummeln

Weltweit gibt es rund 250 Hummelarten, 36 allein in Deutschland. Alle besitzen einen Stachel, sind aber sehr gutmütig. Droht Gefahr, legen sich Hummeln erst einmal auf den Rücken und brummen ganz laut - als Warnung.
Meist genügt das.
Wenn der Angreifer trotzdem nicht verschwindet, und die Hummel um ihr Nest oder ihr Leben fürchten muss, sticht sie zu.

Gegen die größte Gefahr aber ist die Hummel machtlos:
grüne Wiesen, frisch gemäht, ohne Blumen.
Gerade im Hochsommer müssen die brummenden Fellbüschel deshalb weit fliegen, um Nahrung zu finden.
Wer helfen will, pflanzt Löwenmäulchen. Denn nur Hummeln schaffen es, die Mäuler aufzustemmen. Unter dem Pelz arbeiten dicke Muskeln.

Warum Hummeln fliegen
  

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